Reisebericht von unserer Sylt-Fahrt 2017

Die Herbstferien hatten begonnen und 24 Kinder fuhren nach Sylt in das Hamburger Kinderheim „Vogelkoje“ nördlich von Kampen. Einigen Eltern fiel der Abschied am Altonaer Bahnhof schwer. Nach knapp drei Stunden kurzweiliger Bahnfahrt hatten wir die Insel erreicht. Der Bus der uns in die Vogelkoje bringen sollte wartete schon. Wer mit wem die Zimmer teilt war schon während der Bahnfahrt geklärt. Kaum im Haus, wurden die Koffer ausgepackt und die Betten bezogen, wobei einigen das doch schwer viel – wer bezieht schon zu Hause ein Bett in der „zweiten Etage“ …. Nachdem dies alles erledigt war, wurde das Gelände erkundet und die „Reise-Regeln“ (Streit, Heimweh u.ä.) erklärt. Weil nicht unbedingt jeder jeden kannte, lernten wir noch am Abend die Namen.

Gegen 22.30 Uhr waren auch die letzten Kinder eingeschlafen und im Haus war Ruhe eingekehrt.

Sonntag wurden wir mit „Sonnenschein“ geweckt – nach dem Frühstück hieß es Zimmer aufräumen und fegen (das wurde zum Ritual jeden morgen). Danach ging es endlich zum ersten Mal zum Strand. Es waren schöne Wellen und sie waren tückisch – nasse Füße bzw. nass bis zur Unterhose z.T. bis zu den Schultern war vorprogrammiert. Nachdem alle nass waren ging es zum warmen Duschen zurück. Am Nachmittag liefen wir zur Tobe-Düne – das ist eine Düne in Trichterform und es macht ungeheuren Spaß diese rauf und runter zu laufen, wobei bei manchen die Beine nicht so schnell waren wie die Schwerkraft und es mit einem Sturz in den weichen Sand endete. Der Sand war am Ende an allen Stellen des Körpers wieder zu finden – das hieß das zweite Mal an diesem Tag duschen. Am Abend riefen die Kinder zu Haus an und die ersten Reiseerfahrungen wurden berichtet.

Bei diesigem Wetter sind wir am Montag Kutter gefahren. Während der Fahrt wurde ein Schleppnetz ausgeworfen und im Anschluss wurde uns unser Fang erklärt. Wir hatten Seesterne, Einsiedlerkrebse, Garnelen, Krabben, Muscheln u.v.m. im Netz.

Zum Mittag gab es traditionell, je nach Geschmack, ein Fischbrötchen oder Pommes.

Gut gestärkt ging es zu Fuß die rund 9 km zurück in die „Vogelkoje“. Nach dem Abendbrot hatten wir Freizeit d.h. freies spielen, malen, draußen toben usw.

Am nächsten Tag hieß es olympische Sylt-Spiele 2017 – wieder in Gruppen wurden am Vormittag Fragen und Aufgaben gelöst – alles begann mit dem Malen einer Gruppen-Fahne. Nach der Mittagspause begann der zweite Teil der Spiele – das ist der aktive Teil d.h. jeder musste zuerst sein eigenes Puzzel puzzeln und die Gruppe hatte die meisten Punkt bekommen, die zuerst fertig war. Danach ging es raus – die nächsten Stationen waren Ziel werfen, Stifte-Transport, Pulli-Staffel, Nägel-Angeln und Eierlauf. Die Siegerehrung war noch vor dem Abendessen. Es gab sechs stolze Gruppen von denen nur eine gewonnen hatte.

Der nächste Morgen begann anders als die anderen. Alle versammelten sich verschlafen und im Schlafanzug vor einer Zimmertür – als die Tür aufging, sangen alle gemeinsam ein Geburtstagsständchen – Lea hatte Geburtstag. Auch verschlafen nahm sie die Glückwünsche entgegen und im Anschluss haben wir uns alle zum Frühstück fertig gemacht. Auch hier wartete noch eine Überraschung es gab einen Geburtstagskuchen. Den Vormittag verbrachten wir mit spazieren gehen zum Leuchtturm – es kam das Gerücht auf, das sich das Geburtstagskind das Wandern gewünscht hatte – stimmte aber nicht.

Nach dem Baden waren alle hungrig und es wurde die nächste Pizzeria gestürmt – wir hatten uns schon vorher angekündigt. Als alle fertig gegessen hatten, ging es zum Shoppen, um das Taschengeld auszugeben. Einigen fiel es schwer etwas Passendes zu finden. Zurück im Heim, hieß es erst mal die nassen Sachen aufzuhängen – was bei einigen hieß, ein zusammen geknülltes Handtuch auf die Heizung zu quetschen. Wie jeden Abend wurde noch eine Geschichte vorgelesen. Diejenigen, die die Geschichte nicht hören wollten, haben im Aufenthaltsraum gemeinsam Spiele gespielt. An diesem Abend war schnell Ruhe im Haus.

Letzter Tag – am Vormittag konnte gewählt werden zwischen Strand, Watt und Tobe-Düne. Die meisten gingen in die Tobe-Düne – noch mal so richtig einsanden. Am Nachmittag war Kofferpacken angesagt – irgendwie müssen die mitgebrachten Sachen doch in den Koffer passen – hier musste bei dem einen oder anderen geholfen werden. Nach dem Abendessen wurde noch versucht die übrigen Sachen, die irgendwo herumlagen, an den Mann zu bringen. Als so gut wie alles seinen Besitzer gefunden hatte, hieß es anziehen – es ging zur Grillhütte. Dort wartete schon das Stockbrot zum Grillen auf uns. Ungeduldig wurden die Stöcker mit dem Teig über die Glut gehalten. Nach einiger Zeit waren sie gar und wurden noch mit Nusscreme gefüllt. Wer so noch nicht genug Süßes hatte konnte noch Marshmallows grillen. In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu regnen. Also um das Programm abzurunden – ging es auf Nachtwanderung. Am Himmel waren viele Sterne zu sehen. Die Kinder waren aber von der Woche schon so müde, dass einer von uns auf der Wanderung eingeschlafen ist. Als Überraschung wartete im Bett ein Jahres-Tour-T-Shirt. Diesen Abend war es lange unruhig – die Aufregung und Vorfreude auf zu Hause war bei allen zu spüren.

Geweckt wurde am Abreisetag anders als sonst – die Türen wurden aufgerissen, laute Musik gespielt und mit Trillerpfeifen gepfiffen usw. Schnell waren alle aus den Betten und die restlichen Sachen eingepackt. Zum Schluss wurden noch die Zimmer ausgefegt und dann kam auch bald der Bus der uns zur Bahn fahren sollte. In der Bahn wurden erstmal die Lunchpakete vernichtet, dann wurde gemalt oder gespielt oder auch geschlafen. In Altona warteten die Eltern schon auf uns und es gab ein lautes Hallo.

Uns hat es wieder viel Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr

 

Anja, Anke, Björn und Peter